Riss im Baum: Droht ein Astbruch?
Risse im Stamm oder in Astgabeln: welche harmlos sind, welche auf Bruchgefahr hindeuten und was Sie bis zur Begutachtung tun sollten.
Kurz gesagt
Nicht jeder Riss ist gefährlich. Feine Risse in der Rinde entstehen durch Wachstum oder Frost und sind meist harmlos. Ernst nehmen sollten Sie Risse in Astgabeln, lange Längsrisse im Stamm und Risse, die neu sind oder wachsen. Halten Sie Abstand, machen Sie Fotos und lassen Sie eine Fachperson den Baum ansehen. Droht ein Ast oder der Baum akut zu brechen, rufen Sie die Feuerwehr unter 112.
Harmlose Risse
- Rindenrisse durch Wachstum: Viele Baumarten haben eine rissige Borke. Das ist normal.
- Alte, überwallte Frostrisse: Längsrisse, die der Baum über Jahre mit einem Wulst aus neuem Holz geschlossen hat. Sie sind meist stabil, sollten aber im Blick bleiben.
- Trockenrisse an totem Holz: betreffen nur abgestorbene Teile.
Risse, die Sie ernst nehmen sollten
- Risse in Astgabeln: Besonders bei engen, V-förmigen Gabeln, in denen Rinde eingewachsen ist, können große Stämmlinge oder Äste auseinanderbrechen.
- Lange Längsrisse im Stamm: Sie können auf Fäule oder auf einen Riss im Inneren hinweisen.
- Querrisse oder Stauchungen auf der Unterseite eines Astes oder an der Druckseite eines geneigten Stamms.
- Neue oder sich verändernde Risse, etwa nach einem Sturm, bei Frost oder nach Bauarbeiten.
- Risse mit austretender Flüssigkeit, Holzmehl oder Pilzen.
Weitere Warnzeichen erklärt Ist mein Baum gefährlich?.
Was Sie bis zur Begutachtung tun
- Abstand halten: Den Bereich unter dem betroffenen Ast oder in Fallrichtung des Stamms nicht nutzen, Autos umparken, Spielgeräte sperren.
- Fotos machen: den Riss von nah, mit einem Maßstab wie einem Zollstock, und den ganzen Baum. Wiederholen Sie die Fotos nach einigen Tagen und nach Wind; so sehen Sie, ob sich der Riss verändert.
- Nicht selbst sichern: Seile oder Spanngurte falsch angebracht können den Baum zusätzlich schädigen.
- Fachperson holen: Ein Baumpfleger kann den Ast entlasten, die Krone sichern oder klären, ob eine Fällung nötig ist.
Wenn es nicht warten kann
Droht ein Ast oder der Baum unmittelbar zu brechen, dürfen Sie auch an einem geschützten Baum sofort handeln. Sie müssen die Maßnahme danach bei der Stadt melden: in Düsseldorf unverzüglich mit Begründung, in Krefeld spätestens am dritten Werktag, mit Fotos, die Sie sechs Wochen aufbewahren. Beschränken Sie sich auf das, was die Gefahr verlangt. Was nach einem Sturm zu tun ist, steht unter Baum- oder Astschaden nach einem Sturm.
Ist keine akute Gefahr, gilt der normale Weg: Für einen starken Rückschnitt oder eine Fällung eines geschützten Baums brauchen Sie vorher eine Genehmigung.
Häufige Fragen
Kann man einen Riss im Baum reparieren?
Ein Riss wächst nicht wieder zusammen. Fachleute können aber die Last am betroffenen Teil reduzieren, etwa durch einen Rückschnitt, oder Äste mit einer Kronensicherung verbinden.
Mein Baum hat nach dem Frost einen Längsriss. Muss er weg?
Frostrisse sind häufig und oft nicht gefährlich. Beobachten Sie, ob sich der Riss schließt. Ist er tief, lang oder kommen Fäule und Pilze hinzu, lassen Sie ihn beurteilen.
Darf ich einen angerissenen Ast selbst absägen?
Fachgerechte Pflege ist erlaubt, aber angerissene Äste stehen unter Spannung und können unkontrolliert brechen. Überlassen Sie größere Äste besser Fachleuten.